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Das Projekt Ikareum®

Idee

Das Otto-Lilienthal-Museum der Stadt Anklam befindet sich heute in einer recht attraktiven Villa in einiger Entfernung vom Stadtzentrum. Die häufige Frage, ob es sich um das Geburtshaus Lilienthals handelt, muss das Museumspersonal verneinen. Die Villa wurde durch die Stadt in den 1970-er Jahren angekauft, um das heimatmuseum der Stadt zu beherbergen.

Als die Trümmer des 2. Weltkriegs im Stadtzentrum von Anklam abgetragen waren, gab es Lilienthals Geburtshaus nicht mehr, die Nikolaikirche, vor der das Haus stand und in der er getauft wurde, lag ebenfalls in Trümmern.

Die Nikolaikirche im Zentrum der Hansestadt ist eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse aus der 750 Jahre zurückliegenden Gründungszeit Anklams und authentischer Lilienthal-Ort. Mit ihrer ursprünglichen Turmhöhe von 103 m gehörte die Kirche zu den größten des Hanseraums. Über Jahrhunderte prägte der Turm als Seezeichen schon von Weitem die Silhouette der Stadt. Am letzten Anklamer Kriegstag, dem 29. April 1945, wurde die Kirche Opfer des Beschusses der sich zurückziehenden Wehrmacht. Der in Brand geschossene Kirchturm stürzte durch das Dach in das Kirchenschiff. Seitdem war die Kirche Ruine und über 50 Jahre ungenutzt.

1994 begannen verstärkte Initiativen zur Rettung des Bauwerkes vor dem völligen Verfall. Inzwischen wurden Sanierungsarbeiten und Planungen so weit voran getrieben, dass die Kirche im Jahr 2020 als "Ikareum - Lilienthal Flight Museum" eröffnet werden soll. Geplant ist ein Lilienthal-Museum, welches dem großen internationalen Pionier der Luftfahrt, dem Techniker und Visionär eines weltumspannenden Luftverkehrs und des "ewigen Friedens" als dessen Folge ein würdiges Denkmal setzt. Der Name "Ikareum" nimmt Bezug auf den alten Menschheitstraum, mit künstlichen Flügeln von seinen Füßen zu starten, wie es bei Ikarus beschrieben wird, wie es Lilienthal tat, und wie es Hängegleiterpiloten heute zur selbstverständlichen Möglichkeit entwickelt haben.

Computeranimation

Vision einer Zukunft der Nikolaikirche Anklam als "Ikareum"

Bereits heute setzt das Otto-Lilienthal-Museum nicht nur dem Techniker Lilienthal ein Denkmal, sondern sieht ihn am Wendepunkt zwischen der Kulturgeschichte des Menschenflugs und der Technikgeschichte des Flugzeugs. Das Projekt zum Wiederaufbau der Kirche als Ikareum setzt dieses Konzept fort.
Es kann deines Schöpfers Wille nicht sein, dich ersten der Schöpfung dem Staube zu weih'n“ schreibt der Techniker Lilienthal 1889. 100 Jahre später hat auch der Traum vom Fliegen seine Unschuld verloren: „Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich machtvoll sind.“ Technik, Zivilisation, Ökologie, Wohlstand, Frieden: Im Aufstieg steckt die immer währende Möglichkeit des Falls. Lilienthals Vision des durch das Flugzeug verwirklichten ewigen Friedens und die Zerstörung seiner Taufkirche in den letzten Tagen des 2. Weltkrieg prädestinieren den historischen Ort für die Darstellung des anthropologischen Themas.

Interessieren Sie sich für den Stand der Realisierung oder wollen Sie das Projekt unterstützen, wenden Sie sich an den Förderverein "Otto Lilienthal" unter dem Kennwort "Ikareum" oder an den Förderkreis Nikolaikirche.
Oder schreiben Sie uns ihre Meinung oder Idee zum Projekt.

Besichtigung und Ausstellungen - 2016

Bis zum 3. Oktober 2016 ist die Kirche täglich von 10:00 - 17:00 Uhr geöffnet.
Eintritt: frei, Turmbesteigung 2,- EUR

Aktuelle Ausstellungen:

Die Geschichte der Kirche ist mittels eines Audioguides zu erfahren. Den Guide gibt es auch in Englisch. Er läuft auf jedem internetfähigen Handy. Leihgeräte gibts bei der Aufsicht.

 

Aktueller Projektfortschritt

FotoDer Wiederaufbau der Kirche macht gegenwärtig große Fortschritte: Am 24. Mai 2011 wurde das neue Dach des Kirchenschiffes in historischer Formgebung eingeweiht.

>>> Filmbericht

Im Herbst 2013 wurde der Sakristeianbau saniert.

2015/2016 laufen umfangreiche Arbeiten zur Vorbereitung des komplexen Wiederaufbaus, darunter ein digitaler Gesamtscan des Bauwerkes und Schürfungen zur Untersuchung der Tragfähigkeit des Turmfundamentes für den Wiederaufbau des Turmhelmes.


Fast alle Fenster der Kirche sind inzwischen neu verglast.

Foto Eines davon ist das so genannte "Nikolausfenster", gestiftet vom damaligen technischen Direktor der Pommerschen Zuckerfabrik Anklam Paul Förster und seine Ehefrau Marie, „Gott zu Ehren“. Die Stiftung erfolgte 1909, anläßlich der Beendigung der umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten in der Kirche.

Während des Luftangriffs der 8. US Air Force am 9. Oktober 1943 gingen im Umkreis der Nikolaikirche eine größere Zahl von Sprengbomben  nieder, durch deren Druckwellen sämtliche Fenster zerstört wurden.

Die Rekonstruktion erfolgte unter Verwendung mehrerer Abbildungen und vorhandener Glasreste auf Initiative und Kosten von Dr. Peter Eggert, Berlin.
Ausführung: Glasgestaltung Altlandsberg.

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Ein zweites, benachbartes Fenster wurde als Gedenkfenster konzipiert.

Der Entwurf von Jörg Breitsprecher, Anklam (1947 - 2011) erinnert an die Zerstörung der Stadt im zweiten Weltkrieg und an die 60-jährige Geschichte der Kirche als Kriegsruine.

Die Herstellung erfolgte ebenfalls unter finanzieller Beteiligung von P. Eggert durch die Firma Glasgestaltung Altlandsberg.

 

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Die Neuverglasung des Chores der Taufkirche Lilienthals erfolgte 2014 zum Thema "Lilienthal". Der prächtige, farbenfrohe, mit Lilienthal-Motiven angereichte neue Chorabschluss des Engländers Graham Jones wird sicher ein zusätzlicher Anziehungspunkt in der Kirche sein und für das weitere Vorankommen des Gesamtprojektes Ikareum stimmt es natürlich auch optimistisch.

Die Schließung der übrigen Fenster wurde und wird durch den Förderkreis der Kirche durch eine Kampagne ermöglicht, bei der die in "Goetheglas" ausgeführten Scheiben die Namen der Spender tragen. Zu den Unterstützern gehören auch zahlreiche Städte des "Hansebundes der Neuzeit", deren Stadtwappen nun die Fensterfronten der Kirche schmücken.

Fotografie>>> Filmbericht

 

In Rahmen einer touristischen Zusammenarbeit mit dem Stettiner Technikmuseum soll als nächster Bauabschnitt der Kirchturm als "Lilienthal-Turm" wiederhergestellt und zum Ausstellungshaus ausgebaut werden.

Animation

Turmhelm mit Aussichtsplattform und Drachenseilbahn

In einer gemeinsam mit dem studioklv Berlin erarbeiteten Studie wurde im Sommer 2013 ein detailliertes Konzept zur zukünftigen Nutzung des Gebäudes erstellt.

Weitere Informationen


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